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Traumhotel mit (Alb)traumlage

January 31, 2018

Stell Dir mal vor Du wachst morgens auf den Azoren, Sao Miguel in Deinem Hotelzimmer des Hotels Monte Palace auf und guckst aus dem großen Fenster auf zwei Seen, einen blauen See und als Highlight einen grünen See. Am Horizont kannst Du sehen wie das Blau des Himmels mit dem Blau des Atlantiks einen traumhaften Ausblick abrunden. Die Wolken spiegeln sich in den Seen und Du trinkst einen leckeren frisch gepressten Orangensaft. Wäre das nicht schön, wäre das nicht perfekt? Ja, dass wäre es.

Die Seen sind die Cete Cidades, der grüne See hat die Verfärbung durch die Nadelhölzer im Umkreis. Mir gefällt aber eine Legende besser. Der Legende nach war eine Prinzessin mit blauen Augen in einen Hirten mit grünen Augen verliebt. Der König war aber gegen eine Hochzeit und so weinten beide beim letzten Treffen auf der Brücke, die beide Seen trennte. Die Tränen des Hirten haben den See Lagoa Verde erschaffen und die blauen Tränen den See Lagoa Azul. Okay, ziemlich weit hergeholt aber ein wenig Drama gehört wohl zu solchen Plätzen. 


Dieses Foto zeigt annähernd den Blick des Hotelzimmers, ich stehe aber auf dem Dach und schaue auf das Innere des ehemaligen Vulkankraters mit den beiden Seen. Auf dem Dach? Wie kommt man dahin? 
Ja, dass ist die Tragik an diesem Gebäude. Das Hotel ist schon seit fast 30 Jahren nicht mehr in Betrieb und ein schaurig schöner verlassener Ort, neudeutsch ein Lost Place, wo jeder halbwegs mutiger Mensch überall hingehen kann, wo er möchte.

Dabei hätte alles so schön sein können, wenn nur die Planung besser gewesen wäre und dieses Hotel nie gebaut worden wäre, zumindest nicht an dem Platz.

Dieses Hotel hat nämlich einen Makel, der oben gezeigte und beschriebene Blick ist leider nur an knapp 160 Tagen im Jahr möglich. An über 200 Tagen im Jahr ist das Hotel entweder in starken Nebel gehüllt, oder es regnet. Die Sicht auf die Seen und den Atlantik ist von einer dichten Wolkenwand versperrt. Der Platz ist also alles andere als ideal für ein 5-Sterne Luxushotel, denn das Hotel liegt sonst mitten im nirgendwo. Dafür ist das Hotel mit 88 Zimmern, zwei Restaurants, Bar, Disco, einem Friseur und sogar einer Bank ansonsten ziemlich gut ausgestattet. Wenn ich das Hotel aber mit Luxushotels wie an der Algarve vergleiche würde ich aber den Pool, den Tennisplatz und den Spa-Bereich vermissen. Aus den Gründen ist das Hotel wohl auch seit 2010 komplett verwahrlost. Ab 1990 hat ein Wachmann dieses Hotel nocht bewacht, aber irgendwann ist auch dies nicht mehr lohnenswert gewesen. Schade, dass dieses schöne Hotel nur knapp 18 Monate in Betrieb war und nun von Lost-Place Fans besucht wird.

Wir haben zu dem Hotel zwei Touren unternommen. 
Die erste Tour ist naja, halb erfolgreich gewesen. Wir fahren an der Küste bei strahlenden Sonnenschein los und suchen dieses Hotel. Ich bin eigentlich kein Fan von „Lost Places“, aber dieser Ort fasziniert mich nun doch. Es ist komisch, aber ich bin irgendwie von großen Siegen und harten Niederlagen fasziniert. Ähnlich wie die Titanic die Spitze des Schiffbaus war, ist dieses Hotel DAS Aushängeschild der Luxushotels auf den Azoren gewesen. Die Titanic ist untergegangen, das Hotel steht zwar noch ist aber nur noch ein Schatten seiner selbst. 

Wir fahren mit dem Mietwagen, einem leistungsschwachen Smart Forfour die kurvige Bergstraße hoch und benötigen jedes schwache PS für halbwegs normalen Vortrieb. Die Sicht ist zuerst wunderschön und wird danach immer schlechter und so langsam wird die Sichtweite bei ca. 40 Metern liegen. An einem Tag ist das halb so wild, aber bis auf eine Tour durch Flores ist uns das von den Azoren doch eher unbekannt. Natürlich wussten wir schon, was uns erwarten könnte, aber es selbst zu erleben ist doch noch was anderes.


Wir müssen jeden Moment den Aussichtspunkt „Vista do Rai“ erreichen, wo das alte „Monte Palace“ Hotel steht. Wir fahren noch eine Rechtskurve und ich sehe das Hotel, die Auffahrt und das Hotel erinnern mich allerdings eher an ein altes  hässliches Parkhaus. 
Wir halten auf dem Parkplatz am Aussichtspunkt und fotografieren das Hotel in seiner von Wolken umhüllten Trostlosigkeit.

 

 

Die Luftfeuchtigkeit ist soo hoch, dass mein Stativ ganz feucht ist und meine Gelfrisur vom Wind zerstört. Auf dem Parkplatz treffen wir zwei Muslimische Kanadier, die das Hotel nicht kannten und uns spontan anschließen. Wir haben keine Ahnung wie schlimm das Hotel zugerichtet worden ist, wechseln aber aus Sicherheitsgründen von Sandalen auf die Wanderstiefel, sicher ist sicher.

 Wir beschließen den Haupteingang zu benutzen und gehen ins Hotel. Innerhalb weniger Schritte erreichen wir auch schon die Lobby, intakt muss das ein schöner Empfang gewesen sein, nun ist das leider ein wenig anders.

 

 

Ich bin ehrlich gesagt ein wenig erschüttert und sehe in Elena´s Augen eine Mischung aus Neugier, Traurigkeit und Respekt vor den Gefahren so einer Ruine. 
Für gewöhnlich bin ich da anders, vielleicht auch ein Grund, warum ich schon mehrere Unfälle/Knochenbrüche usw. hatte und Elena bisher nicht einen kaputten Knochen hat. Wir passen also gut zusammen, Sie wird etwas mutiger und ich werde an die Gefahren erinnert, die ich aber häufig dummerweise ignoriere. Tja, so siehts leider aus. 
Das Hotel zu betreten stellt sich aber als ziemlich harmlos heraus. Natürlich liegen Scherben, Dreck und andere Sachen herum, aber alles halb so wild und weniger schlimm als erwartet. 

Wir gehen in die Lobby, die Speisesäle, aber mich zieht es irgendwie förmlich in die Hotelzimmer und aufs Dach.


Die Wendeltreppe muss mal der Hammer gewesen sein und wir gehen hinauf. 

Nun haben wir die Chance aufs Dach zu gehen, einmal ein wenig klettern und schwups stehen wir vier auf dem Dach. Der Ausblick ist fantastisch, wir sehen eine Wolken/Nebelwand mit Nadelbäumen und dazu viel schroffen Beton.

Trotzdem, mich fasziniert dieser Ausblick trotzdem und ich mache einige Fotos!

 

 

 

 

Da unsere Mitreisenden sehr sehr sympathisch sind, schenke ich Ihnen noch ein paar Fotos von der Tour.

 

Trotzdem möchte ich gerne nochmal bei schönem Wetter Fotos machen und wir beschließen am nächsten Tag noch einmal hinzufahren.

Am nächsten Tag gehts für uns nach dem Frühstück ganz entspannt los und die Fahrt verläuft diesmal ganz anders. Keine Spur von Wolken, Nebel oder dergleichen. Der Aussichtspunkt ist diesmal mehr als voll und die Autos stehen nun schon auf der Straße. Genauso siehts auch mit dem Hotel aus, ziemlich gut besucht. 
Nun kann man auch den Grund für den Hotelbau sehen, die Landschaft ist malerisch schön und fast ein wenig kitschig. Jedenfalls ein Top Ausflugsziel bei gutem Wetter.

 

 

Wir machen noch ein paar Fotos, vom Inneren des Hotels, der Geruch, das tropfende Wasser und die geschundenen Wände mit der zerstörten Inneneinrichtung werden heute durch die Sonne stärker gezeigt.

 

An dem Tag habe locker 5-6 verschiedene Kameras in der Hand und knipse gefühlt alle Touris um mich herum.
Wer Interesse an diesem Bau hat, für 1,5 Millionen Euro kann man das Hotel wohl kaufen. Bei den zu erwartenden Investitionen muss schon ein sehr guter Investor gefunden werden.

 



Fazit und verwendete Ausrüstung: 


Der Platz ist wunderschön, als Reiseziel echt klasse, aber auch ein Beispiel für misslungenes Management im Tourismus. 
Dieser Bau wird wohl bis zum Abriss immer mehr verfallen. Mehr weiß ich nicht zu sagen, wir fahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge los und verlassen diesen einzigartigen Lost Place auf Sao Miguel.

Wenn Euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über Weiterempfehlungen/Verlinkungen und dergleichen. 
Wenn ihr mich ein wenig unterstützen möchtet, wäre es klasse, wenn ihr über den Amazon Button einkaufen würdet. Ihr zahlt keinen Cent mehr, unterstützt mich aber ein wenig fürs Schreiben, da ich eine kleine Provision bekomme.

Landschaftsfotografie:
- Sony Alpha 7RII
- Commlite Adapter Sony auf Canon (empfehlenswerter ist der jetzige Sigma MC-11 Adapter)
- Canon EF 16-35 4.0 L IS USM
- Canon EF 70-200 2.8 L IS II USM
- Rollei Rock Solid Stativ mit Rollei T5-S Panorama Kugelkopf
- Lee Filterhalter und 77 Weitwinkeladapter
- Lee GND 0.6 Soft (Grauverlaufsfilter)
- 105 mm Lee Landscape Polarizer
 
Portraitfotografie:
- Sony Alpha 7RII
-  Zeiss Batis 85 mm/1.8

 

 

 

 

 

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